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Hochmut, Minderwertigkeitsgefühle
oder gesunde Identität?

Weiteres zum Thema der obigen Grafik:
Die folgende zusätzliche Beschreibung (Überschrift: "Schadsoftware Hochmut") ist wohl eher für Leser geeignet, die einen Bezug zum christlichen Glauben oder Interesse daran haben.

Schadsoftware Hochmut
Wenn die wohl gefährlichste Sünde den Intellekt zersetzt

Wenn Menschen, die sich zum Glauben an Jesus Christus bekennen, nicht mehr all das als schlimm und gefährlich ansehen, was die Bibel als Sünde bezeichnet, ist der Weg frei, dass sie die falschen weltlichen Maßstäbe in Bezug auf gut und böse übernehmen.
Beispielsweise genießt ein erfolgreicher, hochmütiger Mensch in unserer Gesellschaft im allgemeinen hohe Anerkennung. Hochmut wird hier als Stärke angesehen, Sanftmut und Demut als Schwäche. Besonders tragisch ist jedoch, wenn auch in christlichen Kreisen/Gemeinden stolze Gemeindemitglieder, die ihre eigene Meinung nicht mehr selbstkritisch hinterfragen, die sich nicht unterordnen mögen, Kritik kaum ertragen und schnell zutiefst verletzt und beleidigt sind (und dann auch entsprechend reagieren), ehrfürchtig als starke Persönlichkeiten bezeichnet werden. Bereits eine der genannten Auswirkungen ihres Stolzes sollte ausreichen, sie zur Selbstkritik anzuregen. Ihre Charaktereigenschaften scheinen ihnen jedoch evtl. viel Energie und Tatkraft zu vermitteln. Da sie sich in der Regel auch gut selbst darstellen können, wird ihre Energie schnell von der Gemeinde genutzt, indem sie in hohe Gemeindeämter gewählt werden, was sie in ihrer Selbstsicherheit noch bestärkt. Sie werden bewundert, gefürchtet, geehrt und hofiert – wer aber traut sich, sie aus dem Motiv der Nächstenliebe heraus vor dem sicheren Untergang zu warnen (wenn der Stolz bzw. eine andere Sünde offensichtlich und damit nachweisbar geworden ist)? Spr. 16,5: „Ein stolzes Herz ist dem Herrn ein Gräuel und wird gewiss nicht ungestraft bleiben“. Spr.16,18: „Wer zugrunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall“.
Wer orientiert sich an den Maßstäben Jesu? „...wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.“ (Matth. 20,26-28), oder
„Denn wer sich selbst erhöht, der soll erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöht werden“ (Luk. 14,11). Siehe hierzu auch Phil. 2,5-8 und Römer 12,16. Alleine Gottes Wort ist der richtige Maßstab für die Unterscheidung von gut und böse, nicht die zu dieser Thematik unlogischen Wertevorstellungen unserer Gesellschaft. Betrachte dich hier bitte selbst, liebe(r) Leser(in) und bedenke, dass die Anerkennung, die du ggf. in deiner Kirchengemeinde und in der Gesellschaft genießt, noch kein Beweis dafür ist, dass du ein bekehrter, demütiger Christ bist.

Warum wird auf dieser Homepage mehrmals Stolz und Hochmut thematisiert?
Weil dies wohl die am schwersten zu erkennende Sünde ist (bei sich selbst), der Stolze denkt, es sei alles OK, obwohl er sich auf dem Weg zum ewigen Tod befindet; weil Stolz das Tor zum Selbstbetrug weit öffnet. In Bezug auf die Endzeitgemeinde Laodizea wird besonders eindringlich vor diesem Selbstbetrug gewarnt, siehe Offb.3,14-22 → ein Auszug: „Du sprichst: Ich bin reich und habe genug und brauche nichts!, und weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß ...“
In Spr. 21, 4 steht ganz direkt dass Stolz Sünde ist.

Siehe im Büchlein „Wie findet man inneren Frieden“ (Ellen White), Überschrift: „Reue“:
„Das Urteil des Menschen ist unvollkommen und parteilich – Gott aber sieht und beurteilt alle Dinge nach ihrer wirklichen Beschaffenheit. Einen Trinker verachtet man und sagt ihm, dass seine Sünde ihn vom Himmel ausschließt; wie oft aber bleiben Hochmut, Eigenliebe, Habsucht und Geiz ungetadelt? Und doch sind es gerade diese Sünden, die in den Augen Gottes schwer wiegen, weil sie mit der Barmherzigkeit seines Charakters, mit jener selbstlosen Liebe, die in dem nicht von Gott abgefallenen Weltall herrscht, in direktem Widerspruch stehen. Wer in grobe Sünden gefallen ist, fühlt seine Schande und Armut. Er spürt, dass er die Gnade Christi braucht, Hochmut und Stolz dagegen fühlen keinen Mangel und verschließen daher die Herzen vor den unendlichen Segnungen, die Christus allein geben kann.“

Biblische Begründung hierzu in Spr.26,12:
„Wenn du einen siehst, der sich weise dünkt, da ist für einen Toren mehr Hoffnung als für ihn.

Stolz führt leicht zu Neid, denn der Stolze will ja selber der beste, stärkste, wohlhabendste sein; er kann es schwer ertragen, wenn jemand anderes noch mehr Grund hat, hochmütig zu sein als er. Der Neid wiederum führt leicht zu Hass. Es wird dann versucht, den anderen, von dessen Verhalten, Status oder Beliebtheit man sich in seinem Stolz verletzt fühlt, auch mit bösartigen Mitteln zu erniedrigen, um sich selbst dadurch zu erhöhen.

Wie kann Stolz und Hochmut definiert werden?
Als eine unberechtigte Aufwertung der eigenen Person, die durch bewusste oder unbewusste Realitätsverdrängung hervorgerufen wird (Realität ist z.B. folgende Aussage Jesu: „ohne mich könnt ihr nichts tun“; siehe Joh. 15,5).

Ohne Verbindung mit der Liebe Gottes kann bei keinem Mensch ein stabiles und gesundes Selbstwertgefühl entstehen. Menschen, die Gottes Liebe nie richtig erlebt haben (z.B. weil sie Ihn ablehnen) und die auch zu wenig Mutterliebe oder uneigennützige Zuneigung von anderen Menschen erfahren haben, können sich nur dann ein künstliches Selbstbewusstsein erarbeiten, wenn sie gleichzeitig die Realität verdrängen, dass sie aus sich selbst heraus (ohne Gottes Einfluss auf ihr Herz) zutiefst egoistische Sünder sind oder wenn sie diese Realität zwar anerkennen, jedoch keine richtige Scham und Traurigkeit darüber zulassen und evtl. sogar stolz auf eigene lieblose Eigenschaften sind.
Dieses armselige selbstverliebte oder selbstgerechte Selbstbewusstsein, stützt sich auf den wackligen und mit der Zeit zerfallenden Pfeiler der eigenen Leistung und/oder auf den schwankenden Pfeiler der Anerkennung von Mitmenschen (mehr hierzu in der vorherigen Grafik), evtl. stützt es sich auch auf Macht und Besitz. Da es auf so unsicherem Fundament steht und auch sehr verletzbar ist, muss es fortwährend gerechtfertigt und verteidigt werden.

Wenn der Mensch mit einer Realität konfrontiert wird, die seine negativen Seiten aufdeckt, beispielsweise wenn er von Gottes Wort zurechtgewiesen wird, hat er folgende Wahlmöglichkeit:
er kann diese unangenehme Realität über sich selbst ehrlich anerkennen und eine Lösung suchen – wenn auch sein altes Selbstbewusstsein, sein Stolz, dabei zerbricht ODER
er kann die negative Wahrheit über sich selbst verdrängen und verleugnen, nur damit sein künstlich aufgeblasenes Selbstbewusstsein ungeschoren davonkommt.

Gerade der Zerbruch des alten egoistischen ICH würde Gott die Möglichkeit eröffnen, eine totale Charakterumwandlung zu bewirken: Demut, Sanftmut, Liebe... (Thema Reue), siehe Luk.18,9-14, Psalm 34,19, Joh.12,24,
Jes. 66,2. Die großartigsten biblischen Verheißungen gelten den Menschen, die zerknirscht den Unsinn ihres Stolzes und der daraus folgenden Überheblichkeit, Unehrlichkeit und Ungerechtigkeit einsehen, siehe auch Ps. 51,19; Jes. 57,15; 2. Kor. 12,9-10;

Wer jedoch lieber seinen Stolz aufrecht erhalten will, lässt sich nicht gerne zurechtweisen - obwohl die Bereitschaft hierzu sehr wichtig ist, siehe Spr.1,23; 15,31-33; 27,5. Selbst wenn er in einer liebevollen Art ermahnt wird, ist ihm die Verteidigung seines Stolzes wichtiger als die nüchterne Prüfung, ob der Warnende die Wahrheit sagt. Er ist diesbezüglich nicht in einer lernwilligen Haltung. Zur Rettung seiner „Ehre“ ist er schnell zu gemeinen Reaktionen fähig, indem er z. B. lügt, den Mahner lächerlich macht, beschimpft... Besonders schlimm ist es für den Stolzen, wenn er damit konfrontiert wird, dass eine jüngere, ungebildetere oder irgendwie untergeordnete Person in einer bestimmten Sache wesentlich mehr weiß wie er, vor allem dann, wenn auch andere dies mitbekommen.
Frag dich an dieser Stelle bitte selbst, liebe(r) Leser(in), wie du in einer solchen Situation üblicherweise reagierst und beobachte dich im Alltag. Freust du dich über den anderen, wenn er trotz seiner geringeren Bildung, seines jungen alters... mehr weiß wie du und bist du bereit, auch von ihm etwas zu lernen? oder fühlst du dich gekränkt und ärgerlich, weil evtl. auch andere Leute gesehen haben, dass du gegenüber einem Ungebildeteren unterlegen warst? Kann es sein, dass dich die Verletzung deines Stolzes dann veranlasst, entgegen deiner christlichen Überzeugung in einer ungerechten, bösen oder unehrlichen Art zu reagieren? Wie verhältst du dich, wenn in deiner Gemeinde jemand in große Verantwortung gewählt wird, der jünger und ungebildeter ist wie du, den du zwar als gläubig, aber doch als unfähig einstufst: Bist du bereit, ihm zuzuarbeiten und dich diesem unterzuordnen, wenn es dem Wohl der Gemeinde dient und ihm zu helfen, oder ziehst du dich dann lieber zurück, handelst unabhängig von der Gemeinde und versuchst, diese leitende Person schlecht zu machen? Bist du schnell verletzt und beleidigt?

Wer keinen Stolz hat, sondern ein Selbstwertgefühl, das sich auf die Liebe Gottes gründet, der kann auch nicht mehr in seinem Stolz verletzt werden. Wenn echte Liebe verletzt wird, reagiert sie mit Traurigkeit, Mitleid und Feindesliebe (Jesus war auch manchmal traurig), wenn Stolz verletzt wird, reagiert er mit Ärger, Boshaftigkeit und Unehrlichkeit.

Wer eine unangenehme Wahrheit, die die eigenen Lieblingssünden aufdeckt, aufgrund seines Stolzes nicht einsehen will, der lehnt damit auch den Gott der Wahrheit ab, der ihn von schlechten Eigenschaften befreien möchte. Tragischerweise lassen sich Hochmütige auch nicht gerne von Gottes Wort zurechtweisen, selbst wenn sie wissen, dass Gott in vergangenen Zeiten auch biblische Persönlichkeiten hart ermahnte und zurechtwies.
Getrennt vom Geist der Wahrheit kann der Stolze die Welt um sich herum nicht mehr von einem neutralen Standpunkt aus betrachten und beurteilen, in der Regel beharrt er auf seiner eigenen Sichtweise und ist nicht in der Lage, diese selbstkritisch zu hinterfragen – dies betrifft besonders solche Bereiche, die mit der Verteidigung seiner Ehre zusammenhängen. Er kann sich kaum in einen anderen Menschen hineinversetzen um dessen Sichtweise nachzuvollziehen. Der Stolze muss folglich mit einer verzerrten und einseitigen Wahrnehmung der Wirklichkeit leben – und dies, obwohl er doch glaubt, ganz besonders schlau zu sein. So wird ein wichtiger Bereich der menschlichen Intelligenz durch die mentale Software des Hochmuts außer Kraft gesetzt.

Je mehr Demut und Lernbereitschaft abnehmen, desto weniger kann man die biblische Wahrheit im Sinne des Geistes Gottes richtig verstehen, siehe Matth. 11,25; Spr. 11,2; Spr. 12,1; 1. Kor.1 ,18-29;
Ps. 119, 67+71.

Viele Probleme und Streitigkeiten in der Gemeinde könnten ganz schnell verschwinden, wenn die angeblichen Nachfolger Jesu sich auch an dessen Demut und Selbstlosigkeit orientieren würden, denn Hochmut führt die Menschen auf ganz verschiedene und sogar gegensätzliche Irrwege, deren Anhänger sich dann gegenseitig bekämpfen:
Hochmut ist oft die Ursache, wenn Gläubige Gottes Wort nicht ernst nehmen und die eigenen Ansichten/Vorlieben oder die weltliche Sichtweise über dieses stellen - genauso kann man jedoch beobachten, dass Stolz die Ursache dafür ist, wenn Christen ihre Frömmigkeit besonders zur Schau zu stellen, indem sie z. B. versuchen, althergebrachte, aber unbiblische Glaubenslehren und Förmlichkeiten zu konservieren.
Jesus sagt: „Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen ...“ (Matth. 18,3). Siehe auch Jak. 3,13-17.
Andere Menschentypen gehen zwar dem Streit aus dem Weg, werden aber von ihrem (verletzten) Stolz dazu moti-viert, sich bei Auseinandersetzungen zu schnell beleidigt zurückzuziehen, selbst wenn es die Situation erfordern würde, zum Schutz anderer oder zur Warnung des boshaften Menschen selbst das Unrecht aus dem Motiv der Nächstenliebe heraus deutlich beim Namen zu nennen und sich diesem konsequent und ausdauernd entgegenzustellen.

Ein stolzer Mensch kann außerdem unmöglich die Gesinnung Jesu hinsichtlich der Feindesliebe ausleben. Wenn er ungerecht behandelt wird, ist er nicht (nur) traurig darüber, sondern fühlt sich schnell zutiefst in seinem Stolz erniedrigt und verletzt, was oft schlimme Rachegedanken zur Folge hat. Wer hingegen mit seinem alten selbstsüchtigen Wesen bereits an der Liebe Gottes zerbrochen ist (echte Reue mit Gesinnungswandel) und in der rechten Beziehung zu und mit Gott lebt, dessen Selbstwertgefühl wird von Gottes Liebe aufrecht erhalten, auch wenn er angegriffen wird. Er ist deshalb nicht darauf konzentriert, sich selbst zu verteidigen, sondern überlegt stattdessen, wie dem Angreifer aus seiner Bosheit herausgeholfen werden kann. Während er ungerecht behandelt wird, weiß er doch, dass er selbst genauso von Bosheit, Hochmut, Neid und Hass... erfüllt wäre, wenn ihm Gott nicht aus Gnade Vergebung und uneigennützige Liebe geschenkt hätte – deshalb kann er auch dem Ungerechten mit Güte und Mitleid begegnen.

Hochmut, Überheblichkeit bzw. Stolz können ohne die Wunderkraft Gottes (Thema Reue!) nie wirklich ausgemerzt werden. Versucht sich hier der Mensch ohne Verbindung mit Gott selbst zu helfen, ist es möglich, dass er sich irgendwann als sehr demütig einschätzt und stolz auf seine angebliche Demut wird.

Quelle: www.heilsame-Geborgenheit.de
Verwendete Bibel: Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe, (c) 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart