
Sind Kreationisten Verrückte
Mail an einen Professor: Schöpfungsglaube und Wissenschaft –
ein Widerspruch?
ein Widerspruch?
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. .......,
mit Interesse hab ich fast die gesamte SWR 2-Sendung ................ angehört über das Thema ...........
Ich denke, Sie haben bei dieser Gesprächsrunde ganz wichtige Dinge beim Namen genannt und bestimmt das Rechtsverständnis vieler Zuhörer erweitern und verbessern können. Ich jedenfalls bin dankbar für solche hochwertige Radiosendungen. Man sollte wirklich an Hochschulen auch die Überzeugungen von Minderheiten mal anhören und die Begründung ihrer Sichtweise aus einer neutralen Einstellung heraus prüfen. Die Demokratie verliert ihre Glaubwürdigkeit wenn sich ein so starker Mainstream bildet, der alle abweichenden Meinungen und wissenschaftlichen Begründungen sofort verwirft und als unmoralisch oder gefährlich verdammt. Wer sich seiner Sache so sicher ist, braucht sich im Grunde durch widersprechende Theorien nicht aus der Ruhe bringen lassen, sondern kann sie durch wissenschaftliche Argumente entkräften. Andererseits haben sich in der Vergangenheit bestimmt selbst führende Naturwissenschaftler schon geirrt, sodass ich finde, dass jeder Mensch auch immer wieder mal sein eigenes Weltbild und seine Überzeugungen ehrlich hinterfragen sollte.
Sie haben während dieser Gesprächsrunde auch gesagt, dass sogar Kreationisten und Leute, die an die Flache-Erde-Theorie glauben, ihre Argumente vorbringen sollten, dass man diese nicht von vorneweg aus dem Wissenschaftsbetrieb fernhalten sollte (so in etwa sinngemäß). Ja, selbst merkwürdig oder verrückte Theorien dürfen nach ihrer Aussage mal ihr Ding vorbringen. Ich finde es ermutigend, dass unser Rechtssystem so etwas zulässt und dass Sie es wagten, dies öffentlich auszusprechen.
Gerne teile ich also Ihre Sicht, dass eine solche Toleranz für unsere offene Gesellschaft wichtig ist, jedoch erhielt ich aufgrund der Beispiele, die sie im Rahmen dieser Aussage nutzten, den Eindruck, dass Sie in einem ganz anderen Wissenschaftsbereich, der sicher nicht Ihr Fachbereich ist, die wissenschafliche Minderheitenüberzeugung nicht kennen (Minderheitsüberzeugung jedenfalls in Deutschland, wo es ein totales Tabu-Thema ist). Ich denke, dass nur eine kleine Minderheit in Deutschland etwas von den naturwissenschaftlichen Argumenten von seriösen Wissenschaftlern gehört hat, die der Evolutionstheorie widersprechen. Sie haben ja Menschen, welche die Evolutionstheorie ablehnen (und deshalb häufig an einen Schöpfer glauben bzw. Kreationisten sind), mit Menschen gleichgestellt, die von einer flachen Erde überzeugt sind. Es geht mir an dieser Stelle nicht darum, Sie von einem Schöpfer zu überzeugen. Ich möchte Sie einfach nur höflich darauf hinweisen, dass es wirklich relativ viele Wissenschaftler gibt, die mit sehr plausiblen naturwissenschaftlichen Argumenten der Evolutionstheorie stark zusetzen. Ich hab in der Schule diese Theorie gelernt, es hörte sich so an, als ob sie bewiesen sei. Später hab ich aber viel von der anderen Seite der Wissenschaft gelesen und gehört, deren Argumente sind wirklich sehr logisch und für intelligente Menschen bedenkenswert. Ich jedenfalls finde sie viel überzeugender als alle Pro- Evolutions-Argumente, die ich kenne. Ich möchte ihnen damit keine Vorwürfe machen, sondern Sie einfach höflich motivieren, mal die andere Seite der Wissenschaft zu diesem Thema kennenzulernen. Sie wissen ja, wenn sich zwei streiten, muss man immer beide Seiten anhören. Wenn man nur eine Seite hört, wird man leicht automatisch an die Wahrhaftigkeit dieser einen Seite glauben. Erst wenn man die Argumente der Gegenseite hört, kann sich ein ausgewogeneres Urteil bilden.
Auf www.dissentfromdarwin.org können Sie eine Liste herunterladen, in der sich mehr als 1000 Wissenschaftler eingetragen haben, um die darwinistische Theorie zu hinterfragen. Sie treten damit dem falschen öffentlichen Eindruck entgegen, die Evolution sei unstrittiges Paradigma. Hochinteressante Zitate einiger Wissenschaftler sind unter der Rubrik "scientists" abrufbar.
Außerdem empfehle ich das Buch "Evolution Impossible" von Prof. Dr. John F. Ashton (auch in deutscher Sprache erhältlich). Interessant ist in jedem Falle auch die Geschichte des Paläontologen Dr. Günter Bechly. Er hat früher in einem Stuttgarter Museum gearbeitet. Zur publikumswirksamen Unterstützung der Evolutionstheorie stellte er im Museum eine Waage auf. Auf die eine Seite der Waage legte er Darwins Buch und auf die andere Seite mehrere evolutionskritische Bücher. Die Waage war so eingestellt, dass das eine Buch von Darwin `schwerer wog´ als all die kritischen Bücher. Aus Neugier schaute er aber doch hinein in diese eher primitiv eingeschätzten Bücher. In der Folge sah er sich dann zum Umdenken gezwungen, siehe bei https://bechly.lima-city.de/Factum_Bechly.pdf
Wenn Sie sich mit Argumenten Pro- und Contra Evolution beschäftigen, werden Sie bestimmt bemerken, dass Wissenschaftler, die die Evolutionstheorie unterstützen in aller Regel überzeugte Atheisten oder Agnostiker sind, die womöglich auch eine tiefe Abneigung vor Religionen haben, die einen persönlichen Gott vorstellen und dass die Wissenschaftler, die gegen die Evolution argumentieren, oft oder sehr oft an die Existenz eines höheren Wesens glauben, z.B. überzeugte Christen sind. Ich weiß nicht, ob da jemand wirklich zu 100% neutral herangehen kann an dieses Thema. Aber man kann ja unabhängig vom Weltbild des jeweiligen Forschers mal die unterschiedlichen wissenschaftl. Argumente anhören/lesen und sich sein eigenes Bild darüber machen.
Ich selbst bin Christ und vom biblischen Erlösungsplan fasziniert. Trotzdem würde ich es ablehnen im Biologieunterricht einen Schöpfer vorzustellen. Ich fände es aber ehrlicher, wenn man den Schülern nicht nur die Hinweise vorstellen würde, die für die Evolutionstheorie sprechen, sondern auch die wissenschaftlichen Kenntnisse, die ihr widersprechen, jeweils die wichtigsten Argumente. Es ist auch meines Erachtens wichtig, dass Staat und Religion getrennt sind. Jeder, der die Geschichte studiert, kann einsehen, wie weit selbst der Name "christlich" missbraucht wurde um einen Machtapparat am laufen zu halten, der die Staatsmächte zu Hilfe nahm um Andersdenkende zu verfolgen, zu quälen und zu töten. Eigentlich würde eine Religion, welche die Menschen überzeugt, gar nicht die Unterstützung des Staates benötigen, auch nicht die finanzielle.
Man kann zwar aus verschiedenen Stellen der Bibel erkennen, dass sie über menschliche Weisheit weit hinausreicht (z.B. prophetischen Vorhersagen über Jahrhunderte), die darin beschriebene Schöpfung kann aber wohl niemand nachweisen. Können sich überzeugte Christen nur deshalb so leicht einen Schöpfer vorstellen, weil sie es in ihrem Buch entsprechend gelesen haben? Weitere Erklärung: Viele ernsthafte Christen (auch ich) haben selbst Dinge erlebt, die sie sich weder mit Placeboeffekt, Einbildung, Träumerei ... erklären können. Auch viele ungläubige, aber nach Gott suchende, Menschen haben schon in Notsituationen/Problemen Gott angerufen und Rettung erlebt.
Wer behauptet, man könne Gott nicht beweisen, der hat wohl noch nie wirklich in einer neutralen, unvoreingenommenen Haltung von ganzem Herzen gesucht. Näheres auf meiner Webseite www.warum-die-Bibel.de. Wer selber schon etwas übernatürliches erlebt hat, dem fällt es nicht so schwer, dieser Macht auch zuzutrauen, etwas aus dem Nichts heraus erschaffen zu können, ja selbst eine lebendige Zelle erschaffen zu haben samt DNA, Enzyme die den DNA-Code ablesen, Produktion von Proteinen anhand des Codes, Mitochondrien, Ribosomen, ... Tiere, Pflanzen, Menschen ... Wer noch nie etwas erlebt hat, was über den Verstand und die Naturgesetze hinaus geht, kann sich eine Erschaffung des Lebens durch ein intelligentes Wesen schwerer vorstellen und stuft dies eher als Unsinn ein. Was aber entspricht der Wahrheit? Für was und inwieweit gibt es Beweise?
Nun bin ich also doch noch etwas ins christlich-religiöse abgeschweift. Aber jetzt ist ja dann auch Weihnachten ;-) "Wes das Herz voll ist des fließt der Mund über" (oder die Tastatur) Übrigens wurde auch der Messias Jahrhunderte zuvor vorhergesagt im Alten Testament, samt Todesjahr. Paulus hatte bestimmt diese Prophezeitung vor Augen als er schrieb: "Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau..." (Galater 4,4)
Womöglich sind diese Zeilen auch deshalb für Sie interessant, weil Sie sich fragen mögen, wie ein vernünftiger Mensch des 21. Jh. die Bibel nur ernst nehmen kann. Weiteres auch hierzu auf meiner Webseite www.warum-die-Bibel.de (ich bin sozusagen Freizeitschriftsteller, die Texte im öffentlichen Bereich der Homepage sind aber recht kurz gehalten), bei Google ist die Homepage kaum/nicht zu finden.
Ich wünsche Ihnen eine stressarme, frohe Weihnachtszeit zusammen mit lieben Menschen, gute Gesundheit und viel Neugier, auch in Bezug auf seltsam erscheinende Themen.
Lieber Gruß vom Nordrand des Schwäbisch Fränkischen Waldes
Stefan Erbes
Zur Vermeidung eines Missverständnisses:
Es gibt tatsächlich Veränderungen innerhalb einer Art. Je nach Klima und Nahrungsangebot kann sich aus einem hundeartigen Tier ein kleinerer Hund mit langen Haaren oder ein großer Hund/Wolf mit kurzer Behaarung entwickeln. Hier spielt sicher auch die natürliche Auslese eine wichtige Rolle. Es handelt sich aber nicht um eine Höherentwicklung, denn es kommen keine neuen Gene hinzu. Der Hund verändert sich dadurch, dass die bereits vorhandenen Gene anders `verschaltet´ werden. Im bestehenden Genom des Hundes ist bereits die Möglichkeit für große Variabilität enthalten. Trotz allen Veränderungen bleibt der Hund aber immer ein hundeartiges Tier. Diese sogenannte Mikroevolution ist bestimmt gut bewiesen und ich kann gut daran glauben.
Diese e-mail behandelt jedoch die Tatsache, dass die Makroevolution (Höherentwicklung, neue Gene) von vielen Wissenschaftlern angezweifelt oder abgelehnt wird.
Drei kurze, prägnante Zitate von Wissenschaftlern (aus den ersten beiden Zitaten lässt sich schlussfolgern, dass sie von Evolutionsanhängern stammen, trotzdem bzw. gerade deshalb find ich sie bedenkenswert):
An einem Vortrag im CERN bei Genf (17.11.1964) bringt es der Biochemiker Ernest Kahane auf den Punkt:
„Es ist absurd und absolut unsinnig zu glauben, dass eine lebendige Zelle von selbst entsteht; aber dennoch glaube ich es, denn ich kann es mir nicht anders vorstellen.“
Zitat von Prof. Jeffry S. Levington, Artikel in scientific American „der Urknall der Tierevolution“:
„Die kambrische Explosion zeichnet sich durch das plötzliche und praktisch gleichzeitige Aufkommen verschiedenster Tierformen vor fast 600 Millionen Jahren aus. Keine andere Epoche in der Geschichte der Tierwelt kennt einen so bemerkenswerten Ausbruch evolutionärer Kreativität“.
Werner Karl Heisenberg (1901-1976, deutscher Physiker und Nobelpreisträger)
„Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch; aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“
Friedrich Durrenmatt uber Einstein:
“Einstein pflegte so oft von Gott zu reden, dass ich beinahe vermute, er sei ein verkappter Theologe gewesen.” (www.weloennig.de/Nobelpreistraeger.pdf)