
Was ist die Priorität der biblischen Botschaft?
Wie definiert die Bibel diese Priorität, wie ist sie zu verstehen?
Lass Gott selbst zu Wort kommen, lies nach im Original:
Sofern nichts anderes angegeben ist, wurden die Zitate aus der Lutherbibel 1984 übernommen.
(mit Genehmigung der Deutschen Bibelgesellschaft): Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe, (c) 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
Grau gefärbte Aussagen sind keine Zitate, sie stammen vom (inhaltl.) Verantwortlichen für dieser Homepage.
Zeigt die Bibel überhaupt eine eindeutige Priorität auf oder ist es einfach eine Interpretationsfrage, was jeder einzelne für sich und was jede Kirche für sich als Hauptthema aus diesem Buch entnimmt?
Amos 5,11-12 + 21-24
„Darum, weil ihr die Armen unterdrückt und nehmt von ihnen hohe Abgaben an Korn, so sollt ihr in den Häusern nicht wohnen, die ihr von Quadersteinen gebaut habt, und den Wein nicht trinken, den ihr in den feinen Weinbergen gepflanzt habt. Denn ich kenne eure Freveltaten, die so viel sind, und eure Sünden, die so groß sind, wie ihr die Gerechten bedrängt und Bestechungsgeld nehmt und die Armen im Tor unterdrückt. ...
Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen. Und wenn ihr mir auch Brandopfer und Speisopfer opfert, so habe ich kein Gefallen daran und mag auch eure fetten Dankopfer nicht ansehen. Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören! Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“
Jesaja 1,10-19
„Höret des HERRN Wort, ihr Herren von Sodom! Nimm zu Ohren die Weisung unsres Gottes, du Volk von Gomorra! Was soll mir die Menge eurer Opfer?, spricht der HERR. Ich bin satt der Brandopfer von Widdern und des Fettes von Mastkälbern und habe kein Gefallen am Blut der Stiere, der Lämmer und Böcke. Wenn ihr kommt, zu erscheinen vor mir – wer fordert denn von euch, dass ihr meinen Vorhof zertretet? Bringt nicht mehr dar so vergebliche Speisopfer! Das Räucherwerk ist mir ein Gräuel! Neumonde und Sabbate, wenn ihr zusammenkommt, Frevel und Festversammlung mag ich nicht! Meine Seele ist Feind euren Neumonden und Jahresfesten; sie sind mir eine Last, ich bin's müde, sie zu tragen. Und wenn ihr auch eure Hände ausbreitet, verberge ich doch meine Augen vor euch; und wenn ihr auch viel betet, höre ich euch doch nicht; denn eure Hände sind voll Blut.
Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen, lasst ab vom Bösen! Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten, schafft den Waisen Recht, führt der Witwen Sache!
So kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der HERR. Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Scharlach, soll sie doch wie Wolle werden. Wollt ihr
mir gehorchen, so sollt ihr des Landes Gut genießen. Weigert ihr euch aber und seid ungehorsam, so sollt ihr vom Schwert gefressen werden; denn der Mund des HERRN sagt es.“
Laut verschiedenen Bibelstellen (z.B. in 3.Mose) wurden dem Volk Israel bestimmte Feste, Opferungen bzw. Tempelgottesdienste verordnet. Obwohl Gott diese eingesetzt hat, verurteilt Er doch Menschen, die sich an solche religiösen Forderungen halten, wenn sie gleichzeitig das Wichtigste übergehen: Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft bzw. Barmherzigkeit gegenüber leidenden/benachteiligten Menschen, gerechter Umgang miteinander und echte Achtung vor Gott (es folgen hierzu noch mehr Texte). Auch die Sabbatfeier der frommreligiösen Menschen kann Gott in Seiner Verurteilung nicht umstimmen, obwohl doch der Sabbat (Ruhetag) Teil der zehn Gebote ist! – Und ist beten nicht wichtig? Wenn aber das beten nicht dazu führt, dass der Beter sein ungerechtes, hartherziges Verhalten selbstkritisch hinterfragt, sich für den Einfluss Gottes öffnet und zur Reue bzw. zu einem Gesinnungswandel gelangt, dann hat das Beten wohl mehr mit Selbstbetrug zu tun als mit einer Annäherung zum Gott der Liebe.
Jeremia 7,2-15
„Höret des HERRN Wort, ihr alle von Juda, die ihr zu diesen Toren eingeht, den HERRN anzubeten!
So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Bessert euer Leben und euer Tun, so will ich bei euch wohnen an diesem Ort. Verlasst euch nicht auf Lügenworte, wenn sie sagen: Hier ist des HERRN Tempel, hier ist des HERRN Tempel, hier ist des HERRN Tempel! Sondern bessert euer Leben und euer Tun, dass ihr recht handelt einer gegen den andern und keine Gewalt übt gegen Fremdlinge, Waisen und Witwen und nicht unschuldiges Blut vergießt an diesem Ort und nicht andern Göttern nachlauft zu eurem eigenen Schaden, so will ich immer und ewig bei euch wohnen an diesem Ort, in dem Lande, das ich euren Vätern gegeben habe.
Aber nun verlasst ihr euch auf Lügenworte, die zu nichts nütze sind. Ihr seid Diebe, Mörder, Ehebrecher und Meineidige und opfert dem Baal und lauft fremden Göttern nach, die ihr nicht kennt. Und dann kommt ihr und tretet vor mich in diesem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, und sprecht: Wir sind geborgen, – und tut weiter solche Gräuel. Haltet ihr denn dies Haus, das nach meinem Namen genannt ist, für eine Räuberhöhle? Siehe, ich sehe es wohl, spricht der HERR.
Geht hin an meine Stätte zu Silo, wo früher mein Name gewohnt hat, und schaut, was ich dort getan habe wegen der Bosheit meines Volks Israel. Weil ihr denn lauter solche Dinge treibt, spricht der HERR, und weil ich immer wieder zu euch redete und ihr nicht hören wolltet und ich euch rief und ihr nicht antworten wolltet, so will ich mit dem Hause, das nach meinem Namen genannt ist, auf das ihr euch verlasst, und mit der Stätte, die ich euch und euren Vätern gegeben habe, ebenso tun, wie ich mit Silo getan habe, und will euch
von meinem Angesicht verstoßen, wie ich verstoßen habe alle eure Brüder, das ganze Geschlecht Ephraim.“
Hosea 6,6:
„Denn ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer“
Jesaja 53,1-12 Vorhersage von Jesu stellvertretenden Leiden
„Aber wer glaubt dem, was uns verkündet wurde, und wem ist der Arm des HERRN offenbart? Er schoss auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte.
Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.
Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat** willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.** Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn. Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf. Er ist aus Angst und Gericht hinweggenommen. Wer aber kann sein Geschick ermessen? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er für die Missetat meines Volks geplagt war. Und man gab ihm sein Grab bei Gottlosen und bei Übeltätern, als er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat und kein Betrug in seinem Munde gewesen ist. So wollte ihn der HERR zerschlagen mit Krankheit.Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in die Länge leben, und des HERRN Plan wird durch seine Hand gelingen. Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben. Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben und er soll die Starken zum Raube haben, dafür dass er sein Leben in den Tod
gegeben hat und den Übeltätern gleichgerechnet ist und er die Sünde der Vielen getragen hat und für die Übeltäter gebeten.“
Hesekiel 18,23: „Meinst du, dass ich Gefallen habe am Tode des Gottlosen, spricht Gott der HERR, und nicht vielmehr daran, dass er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt?“
Hesek.34,16: „Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken und, was fett und stark ist, behüten; ich will sie weiden, wie es recht ist.“
Jesaja 41,10
„fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“
Hosea 2,21-22: „Ich will mich mit dir verloben für alle Ewigkeit, ich will mich mit dir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Barmherzigkeit. Ja, in Treue will ich mich mit dir verloben und du wirst den HERRN erkennen.“
„Höre Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein.
Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner
Kraft.“ (5.Mose 6,4+5)
„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der HERR.“ (3. Mose 19,18)
Sinngemäß das selbe steht im Neuen Testament in Markus 12,30-31 und in Matthäus 22,36-40.
Jesus nennt diese Gebote auf die Frage hin, welches das höchste Gebot von allen sei (siehe weiter hinten).
Jesaja 58,1-11
„Rufe getrost, halte nicht an dich! Erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verkündige meinem Volk seine Abtrünnigkeit und dem Hause Jakob seine Sünden! Sie suchen mich täglich und begehren meine Wege zu wissen, als wären sie ein Volk, das die Gerechtigkeit schon getan und das Recht seines Gottes nicht verlassen hätte. Sie fordern von mir Recht, sie begehren, dass Gott sich nahe. »Warum fasten wir und du siehst es nicht an? Warum kasteien wir unseren Leib und du willst's nicht wissen?« Siehe, an dem Tag, da ihr fastet, geht ihr doch euren Geschäften nach und bedrückt alle eure Arbeiter. Siehe, wenn ihr fastet, hadert und zankt ihr und schlagt mit gottloser Faust drein. Ihr sollt nicht so fasten, wie ihr jetzt tut, wenn eure Stimme in der Höhe gehört werden soll. Soll das ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem man sich kasteit, wenn ein Mensch seinen Kopf hängen lässt wie Schilf und in Sack und Asche sich bettet? Wollt ihr das ein Fasten
nennen und einen Tag, an dem der HERR Wohlgefallen hat?
Das aber ist ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: Lass los, die du mit Unrecht gebunden hast, lass ledig, auf die du das Joch gelegt hast! Gib frei, die du bedrückst, reiß jedes Joch weg! Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deinen Zug beschließen. Dann wirst du rufen und der HERR wird dir antworten. Wenn du schreist, wird er sagen: Siehe, hier bin ich.
Wenn du in deiner Mitte niemand unterjochst und nicht mit Fingern zeigst und nicht übel redest, sondern den Hungrigen dein Herz finden lässt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen, und dein Dunkel wird sein wie der Mittag. Und der HERR wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre und dein Gebein stärken. Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.“
Die hier folgenden Bibelverse stammen teils aus dem Alten (AT) und teils aus dem Neuen Testament (NT):
Sprüche 16,18 (AT): „Wer zugrunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall.“
1. Petrus 5,5 (NT): „Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt Er Gnade. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit Er euch
erhöhe zu seiner Zeit.“
Jeremia 9,22-23 (AT): „So spricht der HERR: Ein Weiser rühme sich nicht seiner Weisheit, ein Starker rühme sich nicht seiner Stärke, ein Reicher rühme sich nicht seines Reichtums.
Sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er klug sei und mich kenne, dass ich der HERR bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn solches gefällt mir,spricht der HERR.“
Ein Gleichnis Jesu (NT):
Lukas 18,9-14: „Er sagte aber zu einigen, die sich anmaßten, fromm zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.
Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!
Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.“
Jesaja 57,15 (AT):
„Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der ewig wohnt, dessen Name heilig ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen.“
Eine Warnung Jesu, also wieder aus dem NT:
Matthäus 23,5-12: „Alle ihre Werke aber tun sie, damit sie von den Leuten gesehen werden. Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Kleidern groß. Sie sitzen gern obenan bei Tisch und in den Synagogen und haben's gern, dass sie auf dem Markt gegrüßt und von den Leuten Rabbi genannt werden. Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder. Und ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist. Und ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer: Christus. Der Größte unter euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt;und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht.“
Aus 1. Johannes 4 ab Vers 7:
„Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe.
Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden. ...
Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Darin ist die Liebe bei uns vollkommen, dass wir Zuversicht haben am Tag des Gerichts; denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe. Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.
Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht. Und dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.“
Aus Matthäus 23,23-28:
„Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben!
Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen. Ihr verblendeten Führer, die ihr Mücken aussiebt, aber Kamele verschluckt! Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Becher und Schüsseln außen reinigt, innen aber sind sie voller Raub und Gier!
Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Innere des Bechers, damit auch das Äußere rein wird! Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr seid wie die übertünchten Gräber, die von außen hübsch aussehen, aber innen sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat! So auch ihr: von außen scheint ihr vor den Menschen fromm, aber innen seid ihr voller Heuchelei und Unrecht.“
Matthäus 15,1-20:
„Da kamen zu Jesus Pharisäer und Schriftgelehrte aus Jerusalem und sprachen: Warum übertreten deine Jünger die Satzungen der Ältesten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen. Er antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet denn ihr Gottes Gebot um eurer Satzungen willen? Denn Gott hat geboten (2.Mose 20,12; 21,17): »Du sollst Vater und Mutter ehren; wer aber Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben.«
Aber ihr lehrt: Wer zu Vater oder Mutter sagt: Eine Opfergabe soll sein, was dir von mir zusteht, der braucht seinen Vater nicht zu ehren. Damit habt ihr Gottes Gebot aufgehoben um eurer Satzungen willen. Ihr Heuchler, wie fein hat Jesaja von euch geweissagt und gesprochen (Jesaja 29,13): »Dies Volk ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir; vergeblich dienen sie mir, weil sie lehren solche Lehren, die nichts als Menschengebote sind.« Und er rief das Volk zu sich und sprach zu ihnen: Hört zu und begreift's: Was zum Mund hineingeht, das macht den Menschen nicht unrein; sondern was aus dem Mund herauskommt, das macht den Menschen unrein. …
Merkt ihr nicht, dass alles, was zum Mund hineingeht, das geht in den Bauch und wird danach in die Grube ausgeleert? Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis, Lästerung. Das sind die Dinge, die den Menschen unrein machen. Aber mit ungewaschenen Händen essen macht den Menschen nicht unrein.“
Ich möchte Jesus nicht unterstellen, dass Er sich hier gegen eine sinnvolle Hygiene wendet. Wer isst schon gerne mit dreckigen Händen. Wahrscheinlich geht es hier um die Frage ritueller Reinheit. Die Pharisäer und Schriftgelehrten versuchten irgendwelche unbiblischen Waschungen bzw. Waschzeremonien durchzusetzen und hielten sich selbst streng an solche oder ähnliche menschengemachte Gebote, während sie die Verdorbenheit ihres Charakters bzw. die Übertretung des Gesetzes Gottes nicht einsehen wollten. Grundsätze dieses Gesetzes: Gott zu lieben über alles und den Nächsten wie sich selbst.
Jesus hat keines der zehn Gebote abgeschafft oder verändert (Matth. 5,17-19), stattdessen zeigte Er an vielen Stellen auf, wie sie durch die Liebe Gottes im Herzen ganz natürlich ausgelebt werden können. Alle Gebote Gottes können nur durch echte Liebe erfüllt werden, siehe Matth. 22,34-40. Wer Gott erlebt hat und von uneigennütziger Nächstenliebe getrieben wird, der hat bereits Sinn und Geist der Gebote Gottes in seinem Herzen. Er muss sich nicht dazu zwingen, z.B. Vater und Mutter zu ehren (5. Gebot).
Aus Lukas 9,51-56:
„Es begab sich aber, als die Zeit erfüllt war, dass er hinweggenommen werden sollte, da wandte er sein Angesicht, stracks nach Jerusalem zu wandern. Und er sandte Boten vor sich her; die gingen hin und kamen
in ein Dorf der Samariter, ihm Herberge zu bereiten. Und sie nahmen ihn nicht auf, weil er sein Angesicht gewandt hatte, nach Jerusalem zu wandern. Als aber das seine Jünger Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: Herr, willst du, so wollen wir sagen, dass Feuer vom Himmel falle und sie verzehre. Jesus aber wandte sich um und wies sie zurecht. Und sie gingen in ein andres Dorf.“
Siehe zum Thema religiös motivierter Gewalt auch Matthäus 13,24-30 und Matthäus 26,53-52
Johannes 13,34-35:
Jesus Christus: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“
Die Aufforderung zur Nächstenliebe ist natürlich nicht neu, wir kennen diese bereits vom Alten Testamt, neu ist der Vergleichsmaßstab: „wie ich euch geliebt habe“
Aus Markus 12:
„Und es trat zu ihm einer von den Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Und als er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen? Jesus aber antwortete ihm: Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften« (5.Mose 6,4-5). Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3.Mose 19,18). Es ist kein anderes Gebot größer als diese.
Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Meister, du hast wahrhaftig recht geredet! Er ist nur einer, und ist kein anderer außer ihm; und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und von allen Kräften, und
seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. Als Jesus aber sah, dass er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes ...“
Diese beiden Gebote werden fast identisch auch in Matthäus 22 genannt, direkt danach steht:
„In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“ (Matth. 22,40)
Galater 5, 6:
„Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist .“
Markus 2,27 bis 3,6:
Und er sprach zu ihnen: „Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen. So ist der Menschensohn ein Herr auch über den Sabbat.
Und er ging abermals in die Synagoge. Und es war dort ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie lauerten darauf, ob er auch am Sabbat ihn heilen würde, damit sie ihn verklagen könnten. Und er sprach zu dem Menschen mit der verdorrten Hand: Tritt hervor! Und er sprach zu ihnen: Soll man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun, Leben erhalten oder töten? Sie aber schwiegen still. Und er sah sie ringsum an mit Zorn und war betrübt über ihr verstocktes Herz und sprach zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und seine Hand wurde gesund. Und die Pharisäer gingen hinaus und hielten alsbald Rat über ihn mit den Anhängern des Herodes, wie sie ihn umbrächten.“
Orthodoxe Juden haben zur Zeit Jesu das vierte Gebot (siehe 2.Mose 20) nicht im Sinne Gottes angewandt. Jesus zeigte durch sein Beispiel, dass man am Sabbat sehr wohl leidenden Menschen helfen und damit Gutes tun kann. Nicht umsonst betont das Neue Testament an verschiedenen Stellen, das Jesus gerade am Sabbat geheilt hat. Auch hat Er die frohe Botschaft am Sabbat verkündet. Nächstenliebe ist ein Herzensgrundsatz, der ausgelebt werden will, echte uneigennützige Liebe ist nicht einfach nur eine Theorie, sondern sie will praktisch helfen, beistehen, trösten. Hierzu benötigt man Zeit.
Durch den wöchentlichen Ruhetag schenkt Gott den Menschen nicht nur Zeit, sich von der normalen Arbeit auszuruhen, sondern auch Zeit, eine innere Motivation zur Nächstenliebe aktiv auszuleben.
Beachte auch Jesu Sabbatpredigt in Nazareth (Lukas 4,18f): „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn...“ (Jesus zitiert hier aus Jesaja 61), danach sagte Er: „Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren“ (wieder Luk. 4).
Lukas 13,10-16: „Und Er lehrte in einer Synagoge am Sabbat. Und siehe, eine Frau war da, die hatte seit achtzehn Jahren einen Geist, der krank machte; und sie war verkrümmt und konnte sich nicht mehr aufrichten. Als aber Jesus sie sah, rief Er sie zu sich und sprach zu ihr: Frau, sei frei von deiner Krankheit! Und legte die Hände auf sie; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott. Da antwortete der Vorsteher der Synagoge, denn er war unwillig, dass Jesus am Sabbat heilte, und sprach zu dem Volk: Es sind sechs Tage, an denen man arbeiten soll; an denen kommt und lasst euch heilen, aber nicht am Sabbattag. Da antwortete ihm der Herr und sprach: Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder seinen Esel von der Krippe los und führt ihn zur Tränke? Sollte dann nicht diese, die doch Abrahams Tochter ist, die der Satan schon achtzehn Jahre gebunden hatte, am Sabbat von dieser Fessel gelöst werden? Und als Er das sagte, mussten sich schämen alle, die gegen ihn gewesen waren. Und alles Volk freute sich über alle herrlichen Taten, die durch ihn geschahen.“
Philipper 2,1-11 aus der „Hoffnung für alle“– Bibel zitiert (außer dem dick gedruckten Satz, den hab ich aus einer genaueren Übersetzung übernommen):
„Es gibt über euch so viel Gutes zu berichten: Als Menschen, die mit Christus verbunden sind, ermutigt ihr euch gegenseitig und seid zu liebevollem Trost bereit. Man spürt bei euch etwas von der Gemeinschaft, die der Geist Gottes bewirkt, und herzliche, mitfühlende Liebe verbindet euch. Darüber freue ich mich sehr. Vollkommen aber ist meine Freude, wenn ihr euch ganz einig seid, in der einen Liebe miteinander verbunden bleibt und fest zusammenhaltet. Weder Eigennutz noch Streben nach Ehre sollen euer Handeln bestimmen.
Im Gegenteil: Seid bescheiden und achtet den anderen mehr als euch selbst. Denkt nicht an euren eigenen Vorteil. Jeder von euch soll das Wohl des anderen im Auge haben. Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war. Obwohl er in jeder Hinsicht Gott gleich war, hielt er nicht selbstsüchtig daran fest, wie Gott zu sein. Nein, er verzichtete darauf und wurde einem Sklaven gleich: Er wurde wie jeder andere Mensch geboren und war in allem ein Mensch wie wir. Er erniedrigte sich selbst noch tiefer und war Gott gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum schändlichen Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott erhöht und ihm den Namen gegeben, der über allen Namen steht. Vor Jesus müssen einmal alle auf die Knie fallen: alle im Himmel, auf der Erde und im Totenreich. Und jeder ohne Ausnahme wird zur Ehre Gottes, des Vaters, bekennen: Jesus Christus ist der Herr!“
Römer 12,9-21:
„Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid
brennend im Geist. Dient dem Herrn. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht. Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den geringen. Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemandem Böses mit Bösem. Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann. Ist's möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben (5.Mose 32,35): »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.« Vielmehr, »wenn deinen Feind hungert, gib ihm zu essen; dürstet ihn, gib ihm zu trinken. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln« (Sprüche 25,21-22). Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“
Aus Jakobus 2,14-20:
„Was hilft's, liebe Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, und hat doch keine Werke? Kann denn der Glaube ihn selig machen? Wenn ein Bruder oder eine Schwester Mangel hätte an Kleidung und an der
täglichen Nahrung und jemand unter euch spräche zu ihnen: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch!, ihr gäbet ihnen aber nicht, was der Leib nötig hat – was könnte ihnen das helfen?
So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber. Aber es könnte jemand sagen: Du hast Glauben und ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben ohne die Werke, so will ich dir meinen Glauben zeigen aus meinen Werken. Du glaubst, dass nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel glauben's auch und zittern. Willst du nun einsehen, du törichter Mensch, dass der Glaube ohne Werke nutzlos ist?“
Die Bibel lehrt nicht, dass sich ein Mensch durch viele gute Werke das ewige Leben erarbeiten oder verdienen kann, darum geht es überhaupt nicht.
Es geht in dem vorigen Text eher darum, fromme Menschen zur Selbstkritik anzuspornen, damit sie erkennen, ob sie Gottes Liebe im Herzen haben oder ob sie vielmehr fromme Heuchler sind.
Eph. 2,8: „Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.“
Durch den Glauben in Verbindung mit Reue (Matth.21,28-32) kann ein Mensch in einem Moment zum erlösten Kind Gottes werden (Joh.5,24), siehe hierzu auch das folgende Gleichnis vom verlorenen Sohn
(nächste Überschrift). Da Gottes Sohn in Selbsterniedrigung und Tod unsere Sünde getragen hat, kann uns Gott in einem Moment gerecht sprechen, ohne unglaubwürdig zu werden (normalerweise muss der Sünder sterben), vorausgesetzt, wir nehmen Sein Angebot im Glauben an (meint Vertrauen) und gelangen auch zur Reue über unsere eigene Schuld. Dies ist ein Geschenk, reine Gnade.
Doch Gott hat ein weiteres Geschenk für uns: Er möchte uns Seine Gesinnung, Seinen Geist schenken (Luk. 11,11-13). Zuvor haben wir bereits in 1. Johannes gelesen, dass Gott die Liebe in Person ist. Wenn wir also Seinen Geist (den Heiligen Geist) erhalten sollen, bedeutet dies, dass wir mit Gottes Liebe, die uneigennützig ist, erfüllt werden sollen (Römer 5,5). Galater 5,22 „Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit“ (Keuschheit bedeutet Selbstbeherrschung oder Enthaltsamkeit). Es ist reine Gnade, dass wir Gottes Geist bzw. seine Liebe geschenkt bekommen, die Auswirkungen hiervon zeigen sich in ausgelebter uneigennützigen Nächstenliebe (gute Werke, Worte...) und im Vermeiden von Hartherzigkeit, Gleichgültigkeit, Gottlosigkeit ... Die guten Werke sind bei einem bekehrten Christen also einfach die natürliche Auswirkung dessen, dass er mit Gott lebt („ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ Matth.28,20) und dass Gottes Gesinnung/Liebe in ihm lebt. Echte Christen werden also von einem übernatürlichen Einfluss geprägt und motiviert: von der Macht der Liebe Gottes, die selbstlos ist.
Dies ist reine Gnade.
Ein Mensch, der seine eigene Sündhaftigkeit erkannt hat (Sünde = Gegenteil von echter Liebe) und durch Jesus Christus Vergebung von Schuld und Befreiung von Selbstsucht/bösen Gewohnheiten erlebt hat, hat
deshalb überhaupt keinen Grund, selbstgerecht oder stolz auf sich zu werden. Der extrem aktive Apostel Paulus schreibt über sich selbst: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin“ (1. Kor. 15,10)
Kann nun aber ein bekehrter Christ wieder zurückfallen in Lieblosigkeit, Egoismus, Habsucht, Hochmut, Neid, Götzendienst... ? Kann es sein, dass man früher einmal mit Glauben und Einsicht in die eigene Sündhaftigkeit Gottes Geschenk des ewigen Lebens und der Charaktererneuerung angenommen hat, später irgendwann aber wieder zurückfällt in Selbstsucht, Hartherzigkeit, Gleichgültigkeit...? Kann man den Einfluss der Liebe Gottes wieder verlieren? Ja. Gott drängt sich auch nach der Bekehrung nicht auf. Wenn man nach der Wiedergeburt bzw. Bekehrung Seine Nähe nicht mehr schätzt und die Beziehung zu Ihm nicht pflegt, wird sich Sein Einfluss wieder zurückziehen und damit auch Seine Liebe (Joh.15,1-12). Entweder wird dieser Mensch sich bewusst, dass er kein bekehrter Christ mehr ist und zieht die logischen Schlussfolgerungen (indem er offen dazu steht oder indem er sich erneut Gott zuwendet) oder er bildet sich ein, nach wie vor bekehrter, erlöster Christ zu sein (obwohl seine Gesinnung und seine Werke das Gegenteil ausdrücken), damit wäre er zum Heuchler geworden. Heuchelei aber ist für Gott ganz besonders widerwärtig, wie wir bereits aus mehreren Bibelzitaten sehen konnten.
Jesu Gleichnis vom verlorenen Sohn aus Lukas 15:
„Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie. Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen. Als er nun all das Seine verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm. Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße und bringt das gemästete Kalb und schlachtet's; lasst uns essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich gewesen wäre. Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.“
Lukas 5,30-32:
„Und die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten murrten und sprachen zu seinen Jüngern: Warum esst und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern? Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen und nicht die Gerechten.“ (das Wort Buße bedeutet in der Bibel Umkehr, Gesinnungswandel, echte Reue)
Johannes 8,31-36; „Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. Da antworteten sie ihm: Wir sind Abrahams Kinder und sind niemals jemandes Knecht gewesen. Wie sprichst du dann: Ihr sollt frei werden? Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. Der Knecht bleibt nicht ewig im Haus; der Sohn bleibt ewig. Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.“
Sünde ist lt. Bibel das Gegenteil von echter Liebe, siehe 1.Joh.3,4 in Verbindung mit Römer 13,10 und Matth.22,37-40
Lukas 19,2-10:
„Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt. Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen. Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt. Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist Abrahams Sohn. Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“
Aus 1. Korinther 12 + 13:
„Und Gott hat in der Gemeinde eingesetzt erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, dann Wundertäter, dann Gaben, gesund zu machen, zu helfen, zu leiten und mancherlei Zungenrede. Sind alle
Apostel? Sind alle Propheten? Sind alle Lehrer? Sind alle Wundertäter? Haben alle die Gabe, gesund zu machen? Reden alle in Zungen? Können alle auslegen? Strebt aber nach den größeren Gaben!
Und ich will euch einen noch besseren Weg zeigen. Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen und hätte die Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze. Ab hier aus Hfa: Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht verbissen, sie prahlt nicht und schaut nicht auf andere herab. Liebe verletzt nicht den Anstand und sucht nicht den eigenen Vorteil, sie lässt sich nicht reizen und ist nicht nachtragend. Sie freut sich nicht am Unrecht, sondern freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Liebe ist immer bereit zu verzeihen, stets vertraut sie, sie verliert nie die Hoffnung und hält durch bis zum Ende.“
Ab Vers 4 von 1.Kor.13 wurde aus der „Hoffnung für alle“- Bibel (Hfa) zitiert. Die Hfa ist teilweise recht ungenau, da sie aber ein einfaches, modernes deutsch enthält und weil sie ohne explizite Genehmigung relativ frei zitiert werden darf, hab ich für ein paar Zitate in dieser Schrift die Hfa gewählt. Bei diesen ausgewählten Versen (wie auch bei vielen anderen) trifft die „Hoffnung für alle“ den Sinn aber ziemlich gut.
Sie setzt alles ein, um verlorene Menschen zu retten. Sie opfert sich selbst auf für andere. Jede mögliche Erniedrigung und der stärkste seelische, wie auch körperliche Schmerz war Ihm nicht zu viel um die tödliche Konsequenz der Übertretung Seiner Grundsätze der Liebe unwirksam zu machen.
Römer 8,31-34:
„... Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?
Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht.
Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt.“
Wir haben zartfühlende und auch drastische Aufrufe zur Umkehr in den vorangegangenen Bibelzitaten gelesen und es gibt noch viele mehr, die nicht in dieser kurzen Schrift zitiert wurden. Seine Warnungen zeigen die tatsächlichen Folgen eines gegen Ihn und Seine Liebe gerichteten (bzw. sündigen) Lebenswandels auf. Auch dadurch sollen die Zuhörer motiviert werden, vom Weg der großen Mehrheit in der Welt umzukehren.
Echte Liebe ist nicht gleichgültig. Seine Appelle an die Menschen, doch die eigene Verlorenheit einzusehen, sind teils herzzerreißend. Seine Aufrufe zur Umkehr erinnern z.T. an Eltern, die in leidenschaftlichen, halb verzweifelten Anstrengungen ihr einzigstes Kind überzeugen wollen, den begonnenen Heroinkonsum wieder aufzugeben, die von Liebe getrieben ihrem Kind die furchtbaren Folgen seiner Lebensweise ungeschönt vor Augen malen. Die Liebe Gottes geht aber noch weiter, sie ist bereit, sich selbst aufzuopfern.
Er spricht auch direkt zu unserem Gewissen, dies kann ebenso ziemlich unangenehm sein.
Die Liebe Gottes ist also nicht einfach eine liebe, freundliche Nettigkeit, die gerne jeden machen lässt, was er will, die Toleranz mit Gleichgültigkeit gleichsetzt.
Natürlich akzeptiert echte Liebe immer die freie Entscheidung des Menschen. Sie richtet sich aber an den Verstand des mit Intelligenz ausgestatteten Menschen, damit dieser selbst erkennt und erfährt, dass es kein echtes, dauerhaftes Leben und Glück getrennt von der Quelle echter Liebe gibt, dass es immer tragische Folgen hat, dieses „Naturgesetz“ zu ignorieren. Die Gesetzmäßigkeiten von Ursache und Folge/Wirkung, werden von Gott in der Regel nicht aufgehoben. Die Bibel beschreibt sogar einige Gesetzmäßigkeiten von Ursache und Wirkung für den geistlichen Bereich. Durch Gottes Gnade und Wunderwirken können glücklicherweise als Ausnahme negative Folgen aufgehoben werden, z.B. durch Seine Vergebung. Grundsätzlich ist dieses Gesetz aber in Kraft, ähnlich wie ein Naturgesetz. Die Folgen mögen in einem Falle sehr schnell eintreten, in einem anderen viel später; umgangen werden können sie ohne Gottes Eingreifen aber nicht.
Sprüche 5,22: „Den Gottlosen werden seine Missetaten fangen, und er wird mit den Stricken seiner Sünde gebunden. Er wird sterben, weil er Zucht nicht wollte ...“
Sprüche 22,8: „Wer Unrecht sät, der wird Unglück ernten...“
Sprüche 24,16: „Denn ein Gerechter fällt siebenmal und steht wieder auf, aber die Gottlosen versinken im Unglück.“
Sprüche 4,18:„Der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht am Morgen, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag.“
Sprüche 10,24-25: „Was der Gottlose fürchtet, das wird ihm begegnen; und was die Gerechten begehren, wird ihnen gegeben. Wenn das Wetter daherfährt, ist der Gottlose nicht mehr; der Gerechte aber besteht ewiglich.“
Sprüche 10,28: „Das Warten der Gerechten wird Freude werden; aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren sein.“
Sprüche 14,32: „Der Gottlose besteht nicht in seinem Unglück; aber der Gerechte ist auch in seinem Tode getrost.“
Ganz ähnlich im Neuen Testament, Galater 6,7-9: „Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten.“ Die Werke des Fleisches werden in Galater 5,19-21 beschrieben, die Wirkungen des Geistes (des heiligen Geistes Gottes) findet man u.a. in Gal. 5,22: „Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit“ (Keuschheit bedeutet Selbstbeherrschung oder Enthaltsamkeit).
Johannes 7,37-38: „Aber am letzten Tag des Festes, der der höchste war, trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten;“ Johannes 4,13-14: „Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.“
Johannes 6,37: „... wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“
Matthäus 11,28: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ (Ruhe geben).
Jesaja 44,3: „Denn ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre: ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen.“
Wieder AT: Jesaja 55,1-3: „Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch! 2 Warum zählt ihr Geld dar für das, was kein Brot ist, und sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich, so werdet ihr Gutes essen und euch am Köstlichen laben. Neigt eure Ohren her und kommt her zu mir! Höret, so werdet ihr leben! Ich will mit euch einen ewigen Bund schließen, euch die beständigen Gnaden Davids zu geben.“
Aus Offenbar. 22,16 +17: „Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch dies zu bezeugen für die Gemeinden. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der helle Morgenstern ... Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.“